Worin besteht Kants Antinomie der teleologischen Urteilskraft?

Autor/innen

  • Felix Hagenström

Abstract

Im Rahmen der in Kants Kritik der Urteilskraft (1790) entwickelten Teleologie der Natur führt der Begriff eines Naturzwecks auf ein Problem, das in der Antinomie der teleologischen Urteilskraft seinen Ausdruck findet. Doch einige Unklarheiten des Textes haben das Verständnis eines der Kernstücke der dritten Kritik immer wieder erschwert. Ich möchte im Folgenden eine Lesart von §§ 69-71 entwickeln, die eine schlüssige Auslegung der Antinomie erlaubt. Dazu werde ich mich in erster Linie auf notorisch dunkle Passagen in Kants Text konzentrieren und bisher in der Forschung vertretene Deutungen präzisieren und ergänzen. Die zentralen Deutungsschwierigkeiten hinsichtlich der Frage, worin die Antinomie bestehe, lassen sich zugunsten der mittlerweile verbreiteten Auffassung der Antinomie als eines genuinen und der Auflösung bedürfenden Widerspruchs zwischen zwei regulativen Prinzipien aufklären.

In his Critique of Judgment (1790) Kant develops a teleology of nature. The concept of natural purpose leads him to the problem of the antinomy of teleological judgment. However, some ambiguity about what is said in the paragraphs  concerned has frequently caused difficulties for the understanding of one of the core parts of the 3rd Critique. I argue that a coherent reading of §§ 69-71 can nevertheless be achieved. In order to critically review and complete previous  research I will primarily be focusing on those passages which are notorious for their lack of clarity. The main problems regarding the interpretation of the antinomy’s identity can be solved. The results of this paper speak in favour of the currently prevailing view that holds the antinomy to be a genuine contradiction between two regulative principles.

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Veröffentlicht

19.12.2013

Ausgabe

Rubrik

Aufsätze